Maria Ester Alonso Morales – Anwältin aus Argentinien

Mit der Hilfe vom IQ Projekt “QualiMigra” schafft die Anwältin Maria Ester Alonso Morales aus Argentinien den beruflichen Neustart in Hamburg.

Die Vorurteile gegenüber Frauen mit Migrationshintergrund sind groß – auch auf dem Arbeitsmarkt. Wer einen ausländischen Namen hat oder ein Kopftuch trägt, muss mehr als vier Mal so viele Bewerbungen versenden wie andere Bewerberinnen mit identischer Qualifikation. Bei höher qualifizierten Positionen steigt der Grad der Diskriminierung sogar noch an. So das Ergebnis einer Studie vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA).

Hier setzt die Arbeit vom Verein Bildungs- und Beratungskarawane (BBK) an. Das Teilprojekt „QualiMigra – Qualifikation für Alle“ im IQ Netzwerk Hamburg hat die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen mit Migrationshintergrund auf dem Hamburger Arbeitsmarkt zum Ziel. Hierzu berät das Frauen-Team der BBK kommunale Einrichtungen und Arbeitgebende sowie Migrantinnen und deren Familien – darunter auch Maria Ester Alonso Morales.

„Ich will in meinem Beruf unabhängig sein“

Die argentinische Anwältin kam 2006 in die Hansestadt. Obwohl ihr Mann Hamburger und ebenfalls Anwalt ist, war es für die zweifache Mutter trotz dieser Unterstützung nicht einfach, durch den Behördendschungel zu finden. „Schulbehörde, Rechtsanwaltskammer, Anerkennungsberatung – ich war überall, eine Zulassung als Anwältin vor Gericht war aber nicht möglich.“ Also entschied sie sich für eine berufliche Partnerschaft mit ihrem Mann, um zumindest beratend tätig sein zu können. Beide spezialisierten sich auf lateinamerikanische Klientinnen und Klienten. „Aber ich wollte auch unabhängig von meinem Mann arbeiten können“, erklärt Alonso Morales. „Und ich möchte nicht nur in der lateinamerikanischen Gemeinde in Hamburg sein, sondern in die deutsche Gesellschaft migrieren, mein Deutsch verbessern.“

Bei einem Fachvortrag für die Menschenrechte von Frauen im Juni 2017 lernte sie an einem BBK-Infostand ihre heutige Beraterin Zeynep Yayaloglu kennen. Beim vereinbarten Beratungstermin besprachen beide ihre Qualifikationen, Interessen und Möglichkeiten. „Ich habe mich entschlossen, nochmal zu studieren – und zwar Soziale Arbeit. Ohne die Hilfe meiner Beraterin hätte ich mich nie getraut, diesen Schritt zu gehen. Sie war so positiv und hat mich sehr motiviert.“ Nur vier Monate später beginnt die Argentinierin ihr Studium und freut sich auf die Veränderung in ihrem Leben.

Das IQ Projekt “QualiMigra” ist 2018 geendet. Aktuelle Unterstützung im IQ Netzwerk Hamburg bekommen Interessierte bei der Zentralen Anlaufstelle Anerkennung (ZAA).

 

Stand: Oktober 2017 / Foto: Manon Dunkel

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