Förderprogramm IQ
Fachkräfte für Hamburg gewinnen
Erwachsene mit Migrationshintergrund, Zuwanderer und geflüchtete Menschen besser in den Hamburger Arbeitsmarkt integrieren – das ist Ziel des IQ Netzwerks Hamburg. Diverse Partner haben sich zusammengeschlossen und bieten Qualifizierungen bzw. Schulungen für Fachkräfte bzw. Unternehmen an. Das Netzwerk arbeitet im Rahmen des bundesweiten Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ und wird koordiniert von der Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde).
Angebote für Migrant*innen
Hamburg braucht Fachkräfte! Das IQ Netzwerk Hamburg berät zur bietet Qualifizierungen durch, um Unterschiede zur vollen Anerkennung ausländischer Abschlüsse auszugleichen.
Angebote für Unternehmen
Häufig suchen Betriebe Mitarbeitende, die fachlich und persönlich überzeugen. Gleichzeitig arbeiten viele qualifizierte Menschen mit Migrationshintergrund unterhalb ihrer Qualifikation oder sind arbeitslos. IQ öffnet durch Schulungen, Veranstaltungen und Informationen in Unternehmen den Blick für neue Zielgruppen. So wird Hamburgs Vielfalt zum Gewinn.
Dabei arbeitet das Hamburger Integrationsnetzwerk auch strukturell, damit mehr Migrant*innen besseren Zugang zu Weiterbildung und Arbeit erhalten. Es entwickelt in Kooperation mit Jobcentern, Arbeitsagenturen, Kammern oder kommunalen Einrichtungen passende Schulungen, um ihre Mitarbeitenden für die Anliegen der Kund*innen mit Migrationshintergrund zu sensibilisieren und Barrieren abzubauen.
Aktuelle Partner des IQ Netzwerks Hamburg
- Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde)
- Arbeit und Leben Hamburg
- Arbeitsgemeinschaft selbstständiger Migranten e. V. (ASM)
- basis & woge e. V.
migration.works - Diakonie Hilfswerk Hamburg – Landesverband der Inneren Mission e. V.
- Handwerkskammer Hamburg
- Interkulturelle Bildung Hamburg e. V. (IBH)
- passage gGmbH
Integration durch Qualifizierung (IQ) – das bundesweite Förderprogramm
In Deutschland lebten 2017 rund 19,3 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht 23,6 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Viele Faktoren führen dazu, dass Menschen mit Migrationsgeschichte etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Personen ohne Migrationshintergrund. In den vergangenen Jahren verzeichnet Deutschland eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere aus den EU-Ländern und den Krisenregionen der Welt. Wer von ihnen über einen beruflichen Bildungsabschluss oder eine andere wertvolle Qualifikation verfügt, bekommt Unterstützung auf dem Weg der Anerkennung.
Erklärfilm: Was ist das Förderprogramm IQ?
Für was steht IQ eigentlich? Und wer profitiert von der Arbeit des Förderprogramms? Diese und viele andere Fragen werden einfach, verständlich und unterhaltsam im IQ Erklärfilm dargestellt (mit Untertiteln, Herausgeber: Förderprogramm IQ).
Der Auftrag
Vor diesem Hintergrund müssen alle Potenziale, insbesondere auch die von Migrant*innen, aktiviert werden. Das Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ arbeitet seit 2005 an der Zielsetzung, die Arbeitsmarktchancen für Menschen mit Migrationshintergrund zu verbessern. In der Förderrunde 2015-2018 wurde das Programm um den Schwerpunkt „ESF-Qualifizierung im Kontext des Anerkennungsgesetztes“ erweitert. Von zentralem Interesse ist, dass im Ausland erworbene Berufsabschlüsse – unabhängig vom Aufenthaltstitel – häufiger in eine bildungsadäquate Beschäftigung münden.
Die Struktur
Die regionale Umsetzung des Förderprogramms ist zentrale Aufgabe der 16 Landesnetzwerke. Sie werden jeweils von einer Landeskoordination geleitet und umfassen weitere operative Teilprojekte. Sie bieten die flächendeckende Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung für Ratsuchende mit ausländischen Qualifikationen an, entwickeln bedarfsorientiert Anpassungsqualifizierungen und setzen diese um. Darüber hinaus übernehmen sie Servicefunktionen für Arbeitsmarktakteure, indem sie diese über Informationen, Beratungen und Trainings für die spezifischen Belange von Migrant*innen sensibilisieren und fachliches Know-how vermitteln.
Neben den Landesnetzwerken gibt es fünf IQ Fachstellen, die bundesweit migrationsspezifische Themen bearbeiten. Sie übernehmen die fachliche Beratung und Begleitung der Landesnetzwerke. Sie entwickeln Qualifizierungsmaßnahmen, Instrumente und Handlungsempfehlungen zur beruflichen Integration von Migrant*innen. Darüber hinaus tragen sie die Verantwortung für eine fachlich fundierte Beratung von Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Verwaltung. Das kann die Konzeption von Qualitätsstandards, von Qualifizierungen und Schulungsmaterialien oder die Verbreitung wissenschaftlicher Erkenntnisse umfassen.
Die Zusammenarbeit
Auf Bundesebene wird das Förderprogramm über das IQ Multiplikatorenprojekt Transfer (MUT IQ) organisiert. MUT IQ unterstützt die Zusammenarbeit zwischen den Akteuren im Programm, fördert den Transfer guter Praxis innerhalb und außerhalb des Programms und sorgt für die öffentlichkeitswirksame Darstellung des Förderprogramms IQ. Gemeinsam mit den Fachstellen kommuniziert es die Arbeitsergebnisse von IQ in die Ministerien, die Bundesagentur für Arbeit und die Fachöffentlichkeit. „Anerkennung in Deutschland“ ist das mehrsprachige Portal der Bundesregierung zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen. Das Projekt arbeitet in enger Kooperation mit dem Förderprogramm IQ.
Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Bundesagentur für Arbeit (BA).
Die Entwicklung in Hamburg
Zum Start des bundesweiten Förderprogramms 2005 gab es zunächst sechs regionale Netzwerke, um relevante Akteure vor Ort zu vernetzen und regionsspezifische Angebote anzubieten. Für Norddeutschland – also Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern – entwickelte die Entwicklungspartnerschaft NOBI unter dem Dach von IQ innovative arbeitsmarkt- und beschäftigungspolitische Modelle zur beruflichen Integration von Zugewanderten. NOBI stand für „Norddeutsches Netzwerk zur beruflichen Integration von Migrantinnen und Migranten“. In den bislang vier Förderphasen wurde das bundesweite Förderprogramm stetig weiterentwickelt. Seit 2014 gibt es in jedem Bundesland ein IQ Landesnetzwerk. Die ursprüngliche Entwicklungspartnerschaft NOBI wurde über die Jahre in vier IQ Landesnetzwerke aufgeteilt. Die bis dahin etablierte Marke „NOBI“ blieb bis 2018 als Namenskürzel im Hamburger Namen erhalten: IQ Netzwerk Hamburg – NOBI. Ab 2019 fällt die Namensergänzung weg und das Landesnetzwerk tritt endgültig unter der bundesweit einheitlichen Marke des Förderprogramms auf – als IQ Netzwerk Hamburg.
Die Trägerschaft und Gesamtkoordination des norddeutschen IQ Netzwerks lag in der 1. Förderphase bei Weiterbildung Hamburg e. V. Bereits in der 2. Förderphase übernahm die Handwerkskammer Hamburg 2009 für drei Förderphasen. Seit 2019 ist die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration (Sozialbehörde) Träger des Landesnetzwerks.
Die rechtlichen Vorgaben des Förderprogramms
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Richtlinie über besondere Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Integration von Personen mit Migrationshintergrund (PDF, nicht barrierefrei) vom 4. November 2004
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS): Richtlinie über die Qualifizierung von Migrantinnen und Migranten im Kontext des Anerkennungsgesetzes im Förderprogramm Integration durch Qualifizierung IQ im Rahmen des Operationellen Programms des Bundes für den Europäischen Sozialfonds (ESF) in der Förderperiode 2014–2020 (ESF-Qualifizierung im Kontext Anerkennungsgesetz) (PDF, nicht barrierefrei) vom 15. Oktober 2014
- Bundeshaushaltsordnung (BHO) (PDF, nicht barrierefrei), insbesondere die §§23, 44 und die dazu erlassenen Verwaltungsvorschriften (VV-BHO) sowie die §§ 48 ff. des Verwaltungsverfahrensgesetzes (VwVfG), jeweils in der gültigen Fassung
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF): Allgemeine Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P / ANBest-Gk, Anlage 3, jeweils in der gültigen Fassung) sowie die ergänzenden Nebenbestimmungen
- Bundesamt für Migration und Flüchtlinge & Europäischer Sozialfond (2019): Förderhandbuch zur Durchführung des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“
Einschlägige Vorschriften über die Vergabe öffentlicher Aufträge bei der Beschaffung von Leistungen jeder Art in der jeweils gültigen Fassung – insbesondere
- Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) (PDF, nicht barrierefrei)
- Verordnung über die Vergabe öffentlicher Aufträge (Vergabeverordnung – VgV) (PDF, nicht barrierefrei)
- Ergänzend für den unterschwelligen Bereich die Verfahrensordnung für die Vergabe öffentlicher Liefer- und Dienstleistungsaufträge unterhalb der EU-Schwellenwerte (Unterschwellenvergabeordnung – UVgO), Ausgabe 2017 (PDF, nicht barrierefrei)
Die Verordnungen des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 sowie die hierzu erlassenen Durchführungsbestimmungen und Anwendungsvorschriften in der jeweils gültigen Fassung bilden die Grundlage für die finanzielle Beteiligung des Europäischen Sozialfonds (ESF)
- Verordnung (EU) Nr. 1303/2013 (PDF, nicht barrierefrei)
- Verordnung (EU) Nr. 1304/2013 (PDF, nicht barrierefrei)
Das Operationelle Programm (ESF-Bundes-OP) beschreibt die Gesamtstrategie des Bundes für die Umsetzung des Europäischen Sozialfonds (ESF) in Deutschland
- Operationelles Programm für die Förderperiode 2014-20 (PDF, nicht barrierefrei)
Für das gemeinsame Auftreten im Förderprogramm „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ ist ein visuell einheitliches Erscheinungsbild aller Veröffentlichungen von Programmakteuren wichtig. Hierfür wurde ein Corporate Design (CD) entwickelt, das die Anforderungen sowie Vorlagen für Publikationen im „IQ Styleguide Corporate Design“ dokumentiert.