#ausgeliefert: 800 Amazon-Fahrer*innen in Hamburg und Kaltenkirchen über ihre Rechte aufgeklärt

Vor dem Amazon-Logistikzentrum in Kaltenkirchen reichen zwei Berater*innen den im Fahrzeug sitzenden Personen Informationsmaterial

Die Hamburger IQ Beratungsstelle “Faire Integration” sowie die “Servicestelle Arbeitnehmerfreizügigkeit” von Arbeit und Leben Hamburg haben sich an den bundesweiten Aktionstagen gegen Amazon beteiligt. Am 1. September postierten sich die Berater*innen in den frühen Morgenstunden vor der Einfahrt zum Amazon-Logistikzentrum auf der Veddel. Auch am 2. September war das Hamburger Team bei einer ähnlichen Aktion der Kieler Beratungsstellen beim Amazon-Logistikzentrum in Kaltenkirchen dabei, weil viele der dortigen Fahrer*innen in Hamburg wohnen. Insgesamt wurden rund 800 Flyer an die passierenden Amazon-Fahrer*innen verteilt. Das Infomaterial klärt in 8 Sprachen über die Rechte von Arbeitnehmenden in Deutschland auf und bietet Kontaktadressen zu kostenlosen Beratungsstellen in Hamburg und Kiel.

Die Aktion unter dem Motto #ausgeliefert lief im Rahmen bundesweiter Aktionstage vom 1. bis 4. September, mit der die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auf die ausbeuterischen Praktiken im Auftrag von Amazon aufmerksam machen wollen. Beteiligt sind die bundesweiten IQ Anlaufstellen „Faire Integration“ sowie die Beratungsnetzwerke „Faire Mobilität“ und „Gute Arbeit“ von „Arbeit und Leben“. Bundesweit finden in diesen Tagen knapp 30 Aktionen dieser Art statt, in denen neben Kurierfahrer*innen auch LKw-Fahrer*innen informiert werden.

Lena Thombansen, Arbeit und Leben Hamburg:

„Immer öfter kommen Beschäftigte aus Sub-Unternehmen zu uns in die Beratung, die für Amazon fahren. Sie stehen unter einer enormen Arbeitsbelastung und bekommen nur einen niedrigen Lohn. Das bringt sie an ihre Grenzen. Amazon muss sich seiner Verantwortung stellen und diese Menschen für faire Löhne direkt bei sich anstellen.“

Katja Karger, Hamburgs DGB-Vorsitzende:

„Es kann nicht sein, dass der boomende Online-Handel auf der Ausbeutung von Menschen beruht. Wir brauchen mehr Kontrollen in der gesamten Branche durch die Behörden, damit Verstöße gegen das Mindestlohngesetz, das Arbeitszeitgesetz oder das Arbeitnehmerentsendegesetz entdeckt und geahndet werden.“

 

Foto: Tarek Jabi

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